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Letzte Änderung am Donnerstag, 24. November 2011 um 12:24:46 Uhr.


Die Geschichte von Hettenhain

Kleiner Abriss aus der Geschichte von Hettenhain

Hettenhain wurde erstmals im Jahr 1195 schriftlich im Lehnsbuch des Werner II. von Bolanden erwähnt. Der allgemeine Zeitpunkt der Erstellung dieses Lehnsbuch wird auf die Jahre 1194 bis 1198 begrenzt. Ein genaues Datum liegt leider nicht vor. Nach jüngsten Erkenntnissen liegt jedoch der frühste Termin der Entstehung im Jahr 1195. Diese Erkenntnis stützt sich darauf, dass Werner II. von Bolanden sich im Jahr 1194 mit dem Kreuzheer auf einem Kreuzzug in Palästina befand und erst gegen Ende dieses Jahres von dort in seine Heimat zurück kehrte, wie dieses in Reichsurkunden erwähnt wird. Erst nach seiner Rückkehr aus dem Heiligen Land ließ Werner II. dieses Verzeichnis anfertigen. Das Jahr 1198 ist durch den Tod Werner II. begrenzt. Somit ist der frühste Zeitpunkt der ersten Erwähnung in das Jahr 1195 zu legen.
Werner der II. hatte diesen Besitz von dem Grafen von Katzenelnbogen für einen Talent zum Lehen, und man nimmt an, dass er durch die Heirat mit Guda von Weisenau zu diesem Besitz kam.

Nach dem Aussterben der von Bolanden im Mannesstamm kam durch Heirat der Besitz an den Grafen von Sponheim. Wiederum durch den gleichen Vorgang gelangte im Jahr 1393 Hettenhain an das Haus Nassau- Saarbrücken. Das Haus Nassau- Saarbrücken gab dieses Lehen im Laufe der Jahrhunderte an verschiedene niederadelige Grundherren weiter bis es im Jahr 1551 wieder an Nassau- Saarbrücken zurück fiel.

Die Landeshoheit lag aber bis zum Jahr 1478 bei den Grafen von Katzenelnbogen. Nach dieser Zeit fiel das Gebiet nach dem Aussterben des Geschlechtes im Mannesstamm und durch Heirat der Tochter an Hessen –Kassel und danach im Jahr 1626 an Hessen- Darmstadt. Immerhin war Hettenhain 320 Jahre hessisch, jedoch mit wechselnden Herrschaften.

Erst im Jahr 1815 ordnete man die Grenzen Europas neu und Hettenhain fiel an das Herzogtum Nassau. Dort blieb Hettenhain bis zum Jahr 1866 und wurde von da ab preußisch.

Hettenhains erste überlieferte Grenzbeschreibung ist aus dem Jahr 1570. Daraus ist ersichtlich, dass größere Gebiete des heutigen Bad Schwalbach einst in den Grenzen Hettenhains lagen. Hierzu zählt das gesamte Gebiet der Busemach und des Gerstruthtales. Diese Gebiete trennte das damalige Langenschwalbach aus den Grenze Hettenhains heraus, als nach dem 30jährigen Krieg Hettenhain die für lange Zeit rückständigen Abgaben nicht begleichen konnte und diese dann von Langenschwalbach abgelöst wurden. Als Entschädigung nahm man sich diese beiden Gebiete zu Besitz.

Der 30jährige Krieg hatte auch in Hettenhain seine Spuren hinterlassen. Während die ersten Kriegsjahre, abgesehen von den zu leisteten enormen Kriegslasten, verhältnismäßig ruhig verliefen, begannen im Jahr 1620 die ersten größeren Truppendurchzüge aus allen und in alle Richtungen. Jedes dieser durchziehenden Heere verlangte seine Einquartierung und zusätzliche hohe Abgaben.

Im Jahr 1631 fielen dann die Schweden ein, und nun begann das Elend erst recht. Die Bewohner Hettenhains wanderten größtenteils in die gesicherten und befestigten Städte ab, wurden umgebracht oder starben an Hunger und Krankheit. Am 8. März 1637 zogen dann die Truppen des Reitergenerals Johann von Werth durch Hettenhain und steckten das Dorf in Brand.

Als der Krieg nach 30 Jahren beendet war, soll nur noch eine Familie in Hettenhain gelebt haben.

Nachdem sich Hettenhain ganz langsam von den Drangsalen und der schlechten Zeit erholt hatte, kam im Jahr 1660 eine neue Geißel über das Dorf. Es brach die Pest aus.

Es ist nicht überliefert worden wieviel Tote die Pest allein in Hettenhain forderte, lediglich einen Hinweis gibt es, der aussagt, das die Pesttoten in Pestgräbern zu Bärstadt begraben werden mußten. So langsam begann sich Hettenhain wieder zu bevölkern und hatte immerhin im Jahr 1790 schon 133 Einwohner, die sich bis 1840 auf 250 Einwohner erhöhten, und die in 38 Wohnhäuser lebten.

1804 entschloß sich der Gemeinderat einen eigenen Lehrer einzustellen, um die Kinder wenigstens im Winter zu hause unterrichten zu können. Bis zu diesem Zeitpunkt mußten die Kinder die weiten Wege zu den Kirchspielschulen in Langenschwalbach und Bärstadt zurück legen.

Nach einer weiteren Zeit entschloß man sich zum Bau eines eigenen Schulgebäude welches auch heute noch steht und das Feuerwehrgerätehaus beherbergt. Diese Schule konnte dann im November 1825 bezogen werden. Dann im Jahr 1848 unterzeichnete man mit den verschiedenen Zehntherren der Gemarkung Zehntablösungsverträge. Die abzulösende Summe betrug 8600 Gulden, die man bei der neu gegründeten Landeskreditkasse zu 4 % Zinsen aufnahm. Das war schon eine gewaltige Summe, aber man war dafür alleiniger Grundherr und was das wichtigste war, man brauchte keine Abgaben zu leisten.

Nun entschloß sich der Gemeinderat im Jahr 1865 zum Bau eines eigenen Friedhofes. Man begrub von da an die Toten an ihrem Wohnort Hettenhain, während sie bis dahin ausschließlich auf dem Kirchspielfriedhof in Bärstadt begraben werden mußten.

Fast 100 Jahre tat das Schulgebäude seinen Dienst. Nun war dieses Gebäude der großen Zahl an Kindern nicht mehr gewachsen. Die Schulbehörde verlangte nach dem Bau einer größeren und moderneren Schule. Man entschied sich für den Platz an dem heute das Bürgerhaus an die Schule angebaut worden ist. Diese neue Schule weihte man im Jahr 1913 ein, und sie beinhaltete sogar eine Lehrerwohnung. Zudem war sie mit einer Fliesendwasserleitung vom Römerborn verbunden. Das war schon etwas besonderes, während man den Ort selbst erst in den Jahren 1923/24 mit einer Wasserleitung erschloß. Das war allerdings erst möglich, nachdem man in 1921 Hettenhain an die Stromversorgung anschloß und man so auch die Möglichkeit hatte die nötigen Pumpen für die Wasserversorgung betreiben zu können.

Der zweite Weltkrieg brachte viele Aktivitäten im Ort zum erliegen und erst nach dessen Ende konnte man wieder in die Zukunft sehen. Die Gemeinde erschloß ein neues Baugebiet und vergrößerte sich somit im Jahr 1959 auf 381 Einwohner.

Mit der hessischen Gebietsreform kam dann 1972 das endgültige politische „Aus“ für die bis dahin selbständige Gemeinde. Hettenhain wurde als Stadtteil nach Bad Schwalbach eingemeindet, und ist seitdem größter Stadtteil.

Im Jahr 1995 beging man den 800.Jahrestag der ersten Erwähnung mit einem großen einmaligen Fest, das so schnell keiner vergessen wird.

Hettenhain hat im Jahr 1999 seinen 1000. Einwohner begrüßen können.

(„Auszug aus dem Buch "800 Jahre Hettenhain“)